BerufsausbildungOrientierungsberater Andreas Peez

Berufswahl in unsicheren Zeiten

Noch Anfang dieses Jahres blickten Schulabsolventen optimistisch in eine rosig aussehende Zukunft. Die Wirtschaft in Deutschland brummte, die Arbeitslosenquote war anhaltend niedrig. Der demografische Wandel tat sein Übriges dazu, dass Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt in fast allen Branchen begehrt und umworben war.

Nun, im Frühjahr 2020, ist von diesen Gewissheiten nicht mehr viel übrig geblieben. Die Corona-Krise hat auch das Leben junger Menschen, die gerade auf den ersten Schritten in ihr berufliches Leben war, umgekrempelt. Schulen waren geschlossen, die Abschlussprüfungen wurden verschoben und modifiziert. Dass Berufsausbildungen und Studiengänge ab September wieder unter einigermaßen geordneten Bedingungen starten können, ist zu hoffen, aber nicht sicher.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München stellt fest: „Die Fragestellungen in meiner Beratungspraxis haben sich in den letzten Wochen spürbar verändert. Meine Klienten sprechen vermehrt über Ängste, die sie plagen und dich sich in der aktuellen Situation verstärken. Was Studien- und Berufswahl betrifft, so gibt es unterschiedliche Strategien.“ Andreas Peez berichtet von einer Gruppe von Schulabsolventen, die die Krise so gut wie möglich ausblenden und ihre schon vorher getroffenen Entscheidungen nicht in Frage stellen. Andere – vermutlich die, die schon zuvor eher unentschlossen waren – sind nun noch unsicherer und kaum noch in der Lage, selbst eine Entscheidung zu treffen. Gerade für diese Personengruppe ist eine professionelle Beratung auch jetzt besonders wichtig, um diesen Zustand der Lähmung anzugehen und wieder konstruktive Schritte in Richtung Zukunft gehen zu können.

Was kann man jungen Menschen raten, die sich aktuell in der Phase der Berufsfindung befinden, wie sie mit der Corona-Krise und den dadurch erzeugten Unsicherheiten umgehen sollen? Orientierungsberater Andreas Peez aus München meint: „Die gute Nachricht ist ja, dass diejenigen, die jetzt eine Ausbildung oder ein Studium aufnehmen, frühestens in drei bis vier Jahren auf den Arbeitsmarkt kommen werden. Die vielleicht nicht so gute Nachricht ist, dass man nicht weiß, ob und wie Corona den Arbeitsmarkt bis dahin dauerhaft verändern wird und was dies für die Berufswahl bedeutet.“

Die langfristige Veränderung des Arbeitsmarktes durch Corona, sie ist gerade tatsächlich eine Black Box. Orientierungsberater Peez sagt hierzu: „Ich vermute, dass es bei der Berufswahl vielleicht kurzfristig eine Tendenz zu systemrelevanten Berufen gibt, die aber sehr schnell wieder abflauen wird, wenn sich die Bedingungen und Verdienstmöglichkeiten in diesen Berufen nicht substanziell verändern. Ansonsten wird die Verunsicherung vielleicht dazu führen, dass Klassiker wie BWL und Jura noch mehr Zulauf erhalten. Das wäre eigentlich schade, denn für die anstehenden globalen Veränderungen wird man viele Naturwissenschaftler und Informatiker benötigen. Doch hierzu fühlen sich viele nicht berufen.“

Was sich auch jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit weiterhin bestätigten lässt, ist, dass der demografische Wandel auch in Zukunft dafür sorgen wird, dass qualifizierte Arbeitskräfte auf dem Markt ein begehrtes Gut bleiben. Man sollte sich bei der Berufswahl also wie schon zuvor an seinen Stärken, seiner Persönlichkeit und seinen Werten orientieren. Also: Angesichts der Krise nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern das Thema aktiv angehen und hierfür ggf. eine professionelle Berufsberatung in Anspruch nehmen.

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