FamilieGesundheitLernen im Schlaf

Lernen im Schlaf. Zu Schön um wahr zu nein?

Es klingt zu schön, um wahr zu sein. Lernen im Schlaf. Ein Buch unter das Kopfkissen legen und dann genüsslich darauf einschlafen. Und während man sich im Land der Träume befindet, wandert der Lernstoff auf wundersame Weise ohne viel Zutun ins Gehirn. Ganz so einfach funktioniert es natürlich nicht.

Dennoch ist es tatsächlich möglich, im Schlaf zu lernen. Forscher aus der Schweiz haben herausgefunden, dass Menschen im Schlaf komplexe Informationen unbewusst während des Schlafens aufnehmen und im Wachzustand später wieder abrufen können. Diese neuen Erkenntnisse zeigen, dass das Gehirn im Schlaf, also ohne waches Bewusstsein, assoziative Dinge erlernen kann.

Dies funktioniert allerdings nur in einer bestimmten Schlafphase. Bereits vor Jahrzehnten wurde erforscht, dass Schlaf in mehreren aufeinanderfolgenden Zyklen stattfindet. Man unterscheidet dabei grob zwischen leichten, tiefen Phasen und den REM-Phasen. Weiter lassen sich die Tiefschlafphasen in Up-States“ und „Down-States“ differenzieren. Dabei sind in der sogenannten „Up-state-Schlafphase“, welche auch immer nur eine halbe Sekunde dauert, alle Gehirnzellen gemeinsam aktiv. Nur in dieser Phase werden neue Inhalte erlernt.

Was beinhaltet die Schlafstudie?

In einer Studie wurden Probanden im Schlaf mit Fantasiewörtern beschallt. Nach dem Aufwachen wurden sie über die Wörter befragt und konnten diese mit relativ hoher Genauigkeit benennen. Dabei wussten die Probanden vorher nicht, dass sie im Schlaf über Kopfhörer beschallt werden. In welcher Phase sich die Probanden während der Studie wann befanden, konnten die Forscher mittels eines EEG-Gerätes, auch Elektroenzephalografie-Geräts genannt, erkennen.

Durch diese Studie konnte erstmals bewiesen werden, dass die Bildung von Gedächtnis sowohl im bewussten als auch im unbewussten Zustand des Geistes möglich ist. Bekannt war bisher nur, dass neu erlernte Fähigkeiten und Kenntnisse im Schlaf gefestigt werden. Wer beispielsweise ein Musikstück eingeübt hat, kann Selbiges am nächsten Morgen besser und sicherer wiedergeben als noch am Abend davor. Man spricht hierbei von der konsolidierenden Wirkung des Schlafs.

Die Erkenntnis, dass neuartige Informationen auch abgerufen werden können, wenn sie während der Tiefschlafphase erstmalig aufgenommen wurden, ist allerdings neu. Das Gehirn erholt sich im Schlaf vom Tag und bildet also neue Zellen. Daher sollte man durch verschiedene Maßnahmen für beste Schlafbedingungen sorgen. Hilfreich ist es, das Schlafzimmer vor dem Zubettgehen gut durchzulüften und Sauerstoff in den Raum zu bringen. Auch sollte es nach Möglichkeit dunkel sein. Ein nicht zu unterschätzender Faktor, um für guten Schlaf zu sorgen, ist auch die Matratze, auf die man sich bettet. Wer zu diesem Thema gern mehr lesen möchte, sollte sich die Info-Seite zum Schlaf aufrufen. Hier ist auch erläutert, welche Auswirkungen Schlafmangel auf den Körper hat und wie die Geschichte der Schlafforschung überhaupt erst begonnen hat.

bildungsdoc®-Empfehlungen:

Teile diesen Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare