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Studienabbruch: Warum ist das kein Beinbruch?

Welche Möglichkeiten gibt es für die berufliche Karriere?

Ein Studienabbruch stellt erst einmal einen Rückschlag dar. Es hat die betreffende Person immerhin einige Monate bis Jahre in ihre Ausbildung investiert. Oftmals fühlt sich der Abbruch des Studiums so an, als würde man wieder am Anfang stehen. Dass dies nicht immer so sein muss, zeigt dieser Beitrag auf. Hier erfahren Betroffene, wie sie trotzdem einen Beruf in der gewünschten Sparte ergreifen können.

Diese Gründe gibt es für einen Studienabbruch

Die Gründe für den Abbruch einer Ausbildung sind immer verschieden. Oftmals können sich Studierende aber mit ihrem Bildungsweg nicht mehr identifizieren und wollen auch nicht in der betreffenden Sparte arbeiten. In diesem Fall ist es sinnlos, noch mehr Zeit in das Studium zu investieren. Manchmal ist die Art der Ausbildung das Problem. Denn einige Menschen lernen eher und besser durch praktische Erfahrung – sie sollten also lieber sofort in den Beruf einsteigen und sich dort das notwendige Wissen aneignen.

Natürlich kommt es ebenfalls vor, dass das Studium für die betreffende Person nicht (mehr) erschwinglich ist. Wer studiert, hat zumeist nicht die Zeit einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen. Finanziell ist die Ausbildungszeit also mit einigen Entbehrungen verbunden. Doch nicht jeder kann es sich tatsächlich leisten, mehrere Jahre lang finanziell zurückzustecken. Bezahlte Praktika oder Einsteigerjobs erweisen sich in diesem Kontext als bessere Wahl, um Kosten für Wohnung, Lebensmittel, Auto, Studienunterlagen oder den regelmäßigen Studentenbedarf wie Tintenpatronen, Druckerpapier oder Notebook zu finanzieren.

Die Situation in Deutschland

Wer sein Studium abbricht, steht nicht allein da. Im Jahr 2018 brachen 27% der Auszubildenden ihren Bachelor-Studiengang ab. Verantwortlich für diese hohen Zahlen, sind die doch stark verschulten Bildungsmodalitäten. Diese sehen eine Anwesenheitspflicht bei vielen Lehrveranstaltungen vor und gewähren den Studenten nur ein geringes Maß an Flexibilität. Es erweist sich daher als wahre Herausforderung, die Ausbildung mit einer beruflichen Tätigkeit zu vereinbaren. Der Anteil an Studienabbrechern ist seit 2010 weitgehend konstant geblieben. Derzeit ist davon auszugehen, dass sich an diesen Zahlen auch in Zukunft nicht viel ändert.

Die Jobsuche gestaltet sich mit einem Studienabbruch schwieriger

Bricht eine Person ihr Studium ab, muss sie sich darüber im Klaren sein, dass sie dies bei ihrer Jobsuche vor größere Herausforderungen stellt. Denn viele Arbeitgeber bevorzugen nun einmal Kandidaten mit Studienabschluss. Allerdings muss ein Lebenslauf mit einer abgebrochenen Ausbildung nicht das Karriereende bedeuten. Heute ist der typische Bildungsweg schon längst nicht mehr Standard. Personalverantwortliche sind es durchaus gewohnt, Lebensläufe mit der einen oder anderen Lücke auf ihrem Schreibtisch zu finden. Es kommt bei der Jobsuche stets darauf an, wie man den Studienabbruch und die berufliche Umorientierung begründet.

Entscheidet man sich also dafür, das Studium abzubrechen, ist keinesfalls Hoffnungslosigkeit angesagt. Vielmehr sollten sich Betroffene einen beruflichen „Schlachtplan“ zurechtlegen und sich über ihre Ziele im Klaren sein. Wer bei der Jobsuche Motivation an den Tag legt, kann in der Regel beim potenziellen Arbeitgeber punkten.

Lücken im Lebenslauf erklären

Es stehen Studienabbrecher bei der Arbeitssuche vor der Herausforderung, ihre Entscheidung vor den Personalverantwortlichen zu erklären. Dabei dürfen Jobsuchende keinesfalls verbittert klingen. Auch nervöse Rechtfertigungen sind nicht vonnöten. Vielmehr bietet es sich an, hinter der Entscheidung zu stehen und diese in ein positives Licht zu rücken.

So lässt sich der Abbruch einer Ausbildung mitunter mit dem Wunsch, sofort ins Berufsleben einzusteigen, erklären. Auch kann die betreffende Person erläutern, dass sie Erfahrung lieber in der Praxis, als in der Theorie sammeln will. Ein Studienabbruch kann ebenfalls dann erfolgen, wenn eine komplette Umorientierung angestrebt wird. Personen, die beispielsweise nicht in der Bank arbeiten wollen, sind mit einer Ausbildung im Finanzwesen nun einmal schlecht beraten. Eine solche Entscheidung lässt sich bei der Arbeitssuche aber leicht erklären.

Mit Weiterbildungen die Attraktivität als Arbeitnehmer steigern

Zumeist dauert es mehrere Jahre, bis ein Student seinen Abschluss in der Tasche hat. Wer nicht gar so viel Zeit in eine Ausbildung investieren, aber trotzdem konkurrenzfähig bleiben möchte, sollte eine Weiterbildung in Erwägung ziehen.

Es stehen Interessenten diesbezüglich Weiterbildungen unterschiedlicher Intensität und Länge zur Verfügung. Ein Intensivseminar erweist sich beispielsweise für Personen, die sich das Wissen in nur kurzer Zeit aneignen wollen, als gute Wahl. Steht der zukünftige Auszubildende im Berufsleben, kann sich auch der Besuch einer berufsbegleitenden Abendschule lohnen. Mittlerweile gibt es auch sogenannte Bootcamps, welche die Teilnehmer in einem Zeitraum von wenigen Wochen ausbilden. Solche Weiterbildungen erfreuen sich nicht nur bei Arbeitnehmern, sondern gleichermaßen bei Arbeitgebern großer Beliebtheit.

Fazit: Trotz Studienabbruch ins Berufsleben starten

Bricht man sein Studium ab, muss man nicht verzweifeln. Mit gezielten Weiterbildungen oder Praktika lassen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern. Können Betroffene ihre Entscheidung begründen und bleiben sie positiv, können sie beim zukünftigen Arbeitgeber durchaus punkten.

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