BusinessKarriereWeiterbildungDas Qualifizierungschancengesetz

Das Qualifizierungschancengesetz – wer davon profitieren kann

Seit 2019 gibt es das Qualifizierungschancengesetz. Mit dem Gesetz sollen Arbeitnehmer mehr Möglichkeiten zur Weiterbildung bekommen. Das Ziel ist, Arbeitnehmer in den kommenden Zeiten zu unterstützen, in der sich insbesondere in Deutschland mit der Automobilindustrie ein signifikanter Wandel des Arbeitsmarktes abzeichnet. Die Bundesagentur für Arbeit erhält mit dem Gesetz mehr Rechte und kann hinsichtlich der Förderung von Fortbildungen freier bzw. großzügiger agieren. Auf staatlicher Seite ist im Gegenzug mit höheren Ausgaben zu rechnen. Eine Übersicht über die Vorteile und Profitmöglichkeiten als Arbeitnehmer, die dafür notwendigen Kriterien sowie Fragen und Kritik zum Qualifizierungschancengesetz.

Definition: Das Qualifizierungschancengesetz

Das „Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung“ bzw. das Qualifizierungschancengesetz wurde am 18. Dezember 2018 mit Inkrafttreten am 1. Januar des Folgejahres beschlossen. Es fördert die Bundesagentur für Arbeit hinsichtlich der Weiterbildungsmöglichkeiten auf zwei verschiedene Arten. Einerseits wird das Angebot an Weiterbildungen, andererseits aber auch das Budget für dieselben erhöht. Außerdem regelt das Gesetz die über ein Jahr andauernde Entlastung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung auf 2,5% (2019). Danach beträgt der Beitrag 2,6%. Hinzu kommt eine niedrigere Schwelle für den Bezug von Arbeitslosengeld: Arbeitssuchende müssen nunmehr nicht mindestens 12 Monate in den letzten 24 Monaten gearbeitet haben, sondern 10 innerhalb der letzten 36, um ihren Anspruch auf ALG I geltend machen zu können.

Warum gibt es das Qualifizierungschancengesetzt überhaupt?

Der Arbeitsmarkt untersteht weltweit stets einem Wandel, der stark von den technologischen und gesellschaftlichen Fortschritten abhängt. Mit neuen Technologien kommen sogenannte disruptive Prozesse, also die Entwicklung von Produkten, welche sich neu am Markt manifestieren und dabei andere ablösen. Das gab es schon immer, zuletzt beispielsweise im großen Stil durch die Mobilisierung: Der Beruf des Peitschenmacher war einmal Teil eines florierenden Wirtschaftszweigs. Dann kam das Auto. Aktuell kommt beispielsweise das Elektroauto. Wie der Kutsche das Pferd wird dem Auto nun der Verbrennungsmotor genommen – und mit ihm die damit verbundenen Berufe. Die Digitalisierung bringt viele weitere Technologien und damit Disruption mit, viele Branchen stehen vor großen Veränderungen, mitsamt dem jeweiligen Arbeitsmarkt. Weil derartige Entwicklungen immer schneller passieren, ist es notwendig, Arbeitnehmer die Weiterbildung zu vereinfachen, um dem schnellen Wandel gerecht zu werden.

Was bringt Ihnen als Arbeitnehmer das Qualifizierungschancengesetz?

Als Arbeitnehmer profitieren Sie im Falle eines Jobverlustes einerseits von dem einfacheren Zugang zu ALG I. Andererseits können Sie während Ihrer Beschäftigung von dem größeren Angebot an Weiterbildungen sowie deren höherer Budgetierung profitieren. Im Speziellen betrifft das auf Grund des Bedarfs Weiterbildungen im Kontext des sich bildenden digitalen Arbeitsmarkts.

Kriterien, die Sie zur Förderung erfüllen müssen

Um vom Qualifizierungschancengesetz zu profitieren, gilt es für Arbeitnehmer und Arbeitssuchende, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So darf die Weiterbildung beispielsweise nicht mit dem aktuellen Arbeitsplatz in Zusammenhang stehen. Außerdem muss der letzte berufliche Abschluss mehr als 4 Jahre zurückliegen, dasselbe gilt für die letzte Weiterbildungsmaßnahme. Wichtig ist auch, dass die Weiterbildung einer Förderung würdig ist und dass sie von einem externen Dienstleister durchgeführt wird.

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