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Gaslighting am Arbeitsplatz: Was ist das?

Gaslighting ist nicht nur eine Wortneuschöpfung und ein interessanter Begriff, sondern ein heutzutage sehr verbreitetes Phänomen. Es ist eine Form der psychischen Gewalt, deren Ziel darin besteht, die Menschen an der Angemessenheit ihrer Wahrnehmung der umgebenden Realität zweifeln zu lassen.

Das folgende Video bietet hier einen guten Einstieg in die Thematik rund ums Gaslighting:

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Quelle: https://impulsq.de/mega/gaslighting-interview-manipulation-am-arbeitsplatz/

Außerdem gibt es auch das Phänomen des unbewussten Gaslighting: viele Tyrannen und Manipulatoren tun dies jedoch ganz bewusst, um das Vertrauen einer anderen Person zu untergraben und die volle Kontrolle über sie zu erlangen. Die Person, die unter Gaslighting leidet, verliert das Vertrauen und wird unterwürfig. Diese Dynamik kann in persönlichen Beziehungen, aber auch am Arbeitsplatz auftreten und zu Mobbing führen. Wie kann man ihren schädlichen Folgen entgegenwirken?

Psychische Gewalt im Alltag

Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass einige Versuche der emotionalen Manipulation viel häufiger vorkommen, als du im ersten Moment denkst, diese sind jedoch häufig harmlos. Es gibt in der Gesellschaft sehr weit verbreitete wohlwollende Verhaltensweisen, die darauf abzielen, auf indirekte Weise und aus den verschiedensten Gründen etwas zu bekommen und die jeder in seinem täglichen Leben ausüben kann. Selbst wenn es nur darum geht, die andere Person nicht zu verletzen oder einen Streit zu vermeiden, werden kleine Notlügen erzählt.

Wie macht sich Gaslighting bemerkbar?

Der Manipulator kann eine Person sein, die uns gleichgestellt ist oder über uns steht, insbesondere im beruflichen Kontext. Was analog zum Gaslighting in der Beziehung bleibt, ist die Bereitschaft der Person oder Gruppe, die psychische Sicherheit des Opfers bis zum Zusammenbruch zu destabilisieren. Das Ziel ist immer, die Person zu unterwerfen, sie daran zu hindern, ihren eigenen Gedankengängen zu folgen, und sie vom Manipulator abhängig zu machen.

Aus diesem Grund wird der Gaslighter immer so vorgehen, dass er die Wahrnehmung des Opfers verunglimpft und seine Erfahrungen entwertet. Der Manipulator will die ihm Nahestehenden zum Zweifeln bringen, weshalb er häufig folgende Praktiken anwendet: kleine Lügen, die auf den ersten Blick harmlos erscheinen, Leugnen von Tatsachen oder gesagten Sätzen, Anzweifeln der geistigen Gesundheit des Gegenübers. Die Person, die das Gaslighting betreibt, greift die Grundlage des Opfers an und lässt es an sich selbst zweifeln, sich „falsch“, nutzlos und allein fühlen.

Subtile Gewalt in Form von Gaslighting

Die Täter, häufig Narzissten, schaffen eine alternative Realität für das Opfer, indem sie sich auf einzelne Ereignisse konzentrieren und diese auf eine bestimmte Art und Weise behandeln, indem sie Fakten verfälschen. Diese Menschen tun ihr Bestes, um mit den Gefühlen der anderen Person zu spielen und sie zu manipulieren. Das Hauptproblem besteht darin, dass ein solches Verhalten schwer zu erkennen ist, weil es nicht so schlimm erscheint.

In diesem Fall gibt es keine eindeutigen Anzeichen von Gewalt. Es gibt kein Geschrei, keine Drohungen, keine aggressiven Äußerungen oder gar körperliche Gewalt und äußere Verletzungen. Außerdem kann der Tonfall unglaublich weich, entgegenkommend und freundlich sein, was die ganze Situation noch gefährlicher macht. Gaslighting ist im Vergleich eher eine stille Art der Gewalt.

Infolgedessen befindet sich das Opfer in zwei Realitäten. Die erste Realität ist die eigene. Sie muss mehr und mehr daran und an sich selbst zweifeln. Die zweite wird vom Täter geschaffen. In den meisten Fällen gewinnt leider die zweite Realität, weil diese Realität das Opfer erniedrigt, sehr tief eindringt, alle psychologischen Schutzmechanismen überwindet, sich in den Gedanken festsetzt und Angst und Furcht einflößt.

Ein Beispiel für Gaslighting am Arbeitsplatz

Ein Beispiel: Jürgens Chef sagt ihm oft, dass er inkompetent ist, dass er seine Arbeit schlecht macht und dass er ihn nicht feuert, nur weil er Mitleid mit ihm hat. Es gibt wenige Anlässe, bei denen der Chef ihn mit Sätzen wie „Siehst du, du schaffst es, wenn du willst und dich endlich mal anstrengst.“ lobt.

Als in der Abteilung eine Stelle als stellvertretender Leiter frei wurde, versuchte Jürgen herauszufinden, ob er sie bekommen könnte, aber man sagte ihm immer wieder das Gleiche. Man sagte ihm, er sei zu dumm, inkompetent und habe sich nicht genug angestrengt.

Er weiß genau, dass sein Chef in den Dokumenten, die Jürgen für ihn vorbereitet, nur die Schriftgröße ändert, Leerstellen ausfüllt und ein paar Kommas hinzufügt. Im schlimmsten Fall ersetzt er einige Wörter durch Synonyme aber korrigiert keinerlei grobe Fehler, da Jürgen akribisch auf die Qualität seiner Arbeit achtet. Er weiß auch, dass Kollegen aus anderen Abteilungen zu ihm kommen und sich auf seinen Rat verlassen.

Das Problem ist, dass sein Vorgesetzter den tatsächlichen Umfang seiner Arbeit nicht kennt und würdigen will und sich seinen eigenen „Heiligenschein der Wichtigtuerei“ geschaffen hat. In Wirklichkeit führt Jürgen die meisten Aufgaben seines Chefs aus und denkt ständig: „Was mache ich falsch? Warum bin ich so nutzlos, dass ich nicht einmal an eine Beförderung denken kann?“

Wie kann man sich gegen Gaslighting schützen?

Wenn man erkennt, dass man eine unangenehme Situation wie beim Gaslighting erlebt oder erlebt hat, die uns an uns selbst zweifeln lässt, können wir beginnen, in die entgegengesetzte Richtung zu intervenieren. Zunächst einmal kann es sinnvoll sein, sich von diesem negativen Einfluss zu lösen, indem du dich von dieser Person distanzierst, auch physisch. Du solltest dich dann eher mit Menschen umgeben, die du magst, mit Familie und Freunden und jene, auf die wir uns verlassen können. Pflege Beziehungen, von denen du glaubst, dass sie dir helfen können und dir ein gutes Gefühl geben.

Dann kannst du damit beginnen, deine eigene Sicherheit wiederherzustellen, indem du dich auf deine Wahrnehmungen konzentrierst, sie validierst und dein Vertrauen in dich selbst und andere wieder aufbaust. Das Anlegen eines Tagebuchs kann dir auch dabei helfen. Wann immer du kannst, nimm dir selbst eine Auszeit und schreibe die Ereignisse auf, die deine Gefühle unterstützen, beispielsweise positive Rückmeldungen zu bestimmten Situationen oder Entscheidungen, die sich als richtig für dich und dein Leben herausgestellt haben.

Eine weitere wertvolle Hilfe ist folgende Übung: Beginne mit den kleinen Dingen wie Mahlzeiten und Ruhe und folgen deinem Instinkt. Höre auf deinen Körper und erinnere dich daran, dass du dem vertrauen kannst, was du fühlst.

Wenn du dich jedoch verloren fühlst und die Selbstzweifel nicht abnehmen, solltest du um Hilfe bitten. Hier kann dir eine Psychotherapie helfen und Möglichkeiten bieten in einem geschützten Umfeld Probleme zu erkunden, die durch erlebtes Gaslighting aufgetreten sind.

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