ArbeitsmarktAusbildungBildung 4.0StudiumAusbildung, Studium oder Weiterbildung: Welcher Weg in die IT-Sicherheit zu dir passt

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Ausbildung, Studium oder Weiterbildung: Welcher Weg in die IT-Sicherheit zu dir passt

Jeder dritte in Europa produzierte Chip trägt laut der Wirtschaftsförderung Sachsen den Aufdruck „Made in Saxony“. Wo Chipwerke, Stadtwerke, Kliniken und Mittelständler vernetzt arbeiten, werden Menschen gebraucht, die diese Systeme schützen. In die IT-Sicherheit führen dabei mehrere Wege, und welcher zu dir passt, hängt vor allem davon ab, wo du gerade stehst.

Was man in der IT-Sicherheit eigentlich macht

Hinter dem Begriff IT-Sicherheit stecken sehr unterschiedliche Aufgaben. Im Security Operations Center werden Systeme überwacht und Warnmeldungen bewertet, oft im Schichtdienst. Penetrationstester greifen Systeme im Auftrag an, um Lücken zu finden, bevor es andere tun. Im Bereich Governance, Risiko und Compliance geht es um Regeln, Prozesse und Nachweise, dort hast du häufiger mit Dokumenten zu tun als mit Technik. Und in der Industrie, etwa in den Chipwerken rund um Dresden, werden Produktionsanlagen abgesichert, die rund um die Uhr laufen müssen. Für all diese Rollen gibt es mehr als einen Einstieg.

Weg 1: Die duale Ausbildung

Der klassische Einstieg ist die dreijährige Ausbildung zur Fachinformatikerin oder zum Fachinformatiker, etwa in der Fachrichtung Systemintegration. Du lernst im Betrieb und in der Berufsschule, verdienst von Anfang an Geld und kennst nach drei Jahren Netzwerke, Server und Benutzerverwaltung aus der Praxis. Eine eigene Fachrichtung für IT-Sicherheit gibt es in dieser Ausbildung nicht, Sicherheitsthemen gehören aber fest dazu. Viele spezialisieren sich danach im Job oder mit zusätzlichen Zertifikaten.

Passt zu dir, wenn du nach der Schule praktisch arbeiten und gleich eigenes Geld verdienen möchtest.

Weg 2: Das Studium

Viele Hochschulen bieten inzwischen eigene Studiengänge für IT-Sicherheit an, dazu Informatik mit einem Schwerpunkt in diesem Bereich. Auch in Dresden kannst du Informatik studieren und dich im Laufe des Studiums in Richtung Sicherheit vertiefen. Ein Bachelor dauert meist sechs bis sieben Semester. Er öffnet später Türen zu Spezialisten- und Leitungsfunktionen und ist die Voraussetzung, wenn dich die Forschung reizt.

Passt zu dir, wenn du theoretische Grundlagen magst und dir drei bis vier Jahre bis zum ersten Vollzeitjob nichts ausmachen.

Weg 3: Die Weiterbildung für Quereinsteiger

Wer schon eine Ausbildung oder ein Studium in einem anderen Bereich hat, muss nicht von vorn anfangen. Vollzeit-Weiterbildungen vermitteln Netzwerke, Betriebssysteme, Angriffstechniken und die Überwachung von Systemen innerhalb von etwa einem Jahr und bereiten auf anerkannte Zertifikate wie CompTIA Security+ vor. Für Arbeitslose und Arbeitsuchende kann die Agentur für Arbeit die Kosten über einen Bildungsgutschein übernehmen, wenn Anbieter und Kurs nach AZAV zugelassen sind.

Viele dieser Programme laufen online mit festen Live-Unterrichtszeiten, lernen kannst du also von zu Hause aus. Wer in Sachsen lebt, findet zum Beispiel eine Cybersecurity-Weiterbildung in Dresden, die vollständig online stattfindet und mit einem Praktikum in einem Unternehmen abschließen kann.

Passt zu dir, wenn du beruflich umsteigen willst und bereit bist, ein Jahr lang in Vollzeit zu lernen.

Die drei Wege im Überblick

Ausbildung Studium Weiterbildung
Dauer 3 Jahre 3 bis 4 Jahre (Bachelor) einige Monate bis etwa 1 Jahr
Zugang Schulabschluss und Ausbildungsplatz Hochschulreife oder Fachhochschulreife Deutsch- oder Englischkenntnisse, je nach Anbieter ein Eignungstest
Kosten keine, du erhältst eine Ausbildungsvergütung Semesterbeiträge und Lebenshaltung mit Bildungsgutschein in der Regel keine Lehrgangskosten
Typischer erster Job IT-Administration, Support Analyse, Engineering, Beratung Junior-Analyst im Security Operations Center, Administration

So findest du heraus, ob das Feld zu dir passt

Bevor du dich für einen Weg entscheidest, lohnt sich ein kurzer Test. Kostenlose Einsteigerkurse wie die „Introduction to Cybersecurity“ der Cisco Networking Academy vermitteln in wenigen Abenden die Grundbegriffe. Auf Plattformen wie TryHackMe löst du geführte Übungsaufgaben direkt im Browser, viele davon ohne Kosten. Wenn dich das nach ein paar Wochen immer noch packt, ist das ein gutes Zeichen. Wenn nicht, hast du wenig investiert und weißt trotzdem mehr über deine eigenen Interessen.

Welcher Weg passt zu dir?

Wenn du gerade die Schule abschließt, bringt dich die Ausbildung am direktesten in die Praxis. Wenn dich die Grundlagen reizen und du langfristig an Forschung oder Führung denkst, lohnt sich das Studium. Stehst du schon im Berufsleben und willst umsteigen, ist die Weiterbildung oft der kürzeste Weg zur ersten Stelle.

Unabhängig vom Weg gilt: Wer früh mit kleinen eigenen Projekten anfängt, etwa einem Übungslabor zu Hause oder Wettbewerben für Einsteiger, hat bei der ersten Bewerbung mehr zu erzählen als nur Noten. Genau das merken sich Personalverantwortliche.

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