Auslandspraktikum


Praktikum im Ausland – warum wichtig?

  • Immer mehr Unternehmen möchten ihre Mitarbeiter auch international einsetzen und nehmen deshalb das Praxissemester im Ausland in ihre Anforderungsprofile bei Besetzungen von neuen Stellen mit auf.
  • Auslandserfahrung und zahlreich neu geknüpfte Kontakte verschaffen dir viele Vorteile bei der stetig wachsenden Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Wer ein halbes Jahr oder länger im Ausland gelebt und gearbeitet hat, kann für seinen Arbeitgeber Verhandlungen in der Landes- bzw. Geschäftssprache führen.
  • Art und Größe des Unternehmens sind unwichtig, wenn der Praktikumsplatz zur Persönlichkeit und zum Berufswunsch passt.

Tipps und Hinweise für Auslandspraktika

  • Jeder ab 18 Jahren kann sich bewerben. Egal, ob du Abiturient, Student, Azubi oder Diplomand bist. Die Stellenangebote sind so umfassend, dass für jeden Bewerber etwas zur Vermittlung vorhanden ist.
  • Du musst grundsätzlich keine speziellen Voraussetzungen mitbringen, d.h., es wird mit dir kein Eignungstest gemacht. Allerdings hat jeder Stellenanbieter bestimmte Anforderungen in Bezug auf Fach- und Sprachkenntnisse. Die Profile entnimmst du den einzelnen Stellenbeschreibungen bei den Angeboten.
  • Willst du später in einem speziellen Land arbeiten, machst du natürlich dort dein Praktikum. Berücksichtige bei deiner Bewerbung auch die Arbeitssprache von Unternehmen und Einrichtungen.
  • Bei einigen Studiengängen ist das Praktikum obligatorischer Bestandteil des Studiums.
  • Für die Vermittlung von Fachpraktika gibt es auch Informations- und Vermittlungsstellen.

bildungsdoc-tipp. Frage beim Auslandsamt deiner Uni nach, ob dein geplantes Auslandspraktikum für das Studium anerkannt wird. Viele Auslandsämter haben sogar konkrete Stellenangebote parat.

Sprachkurs mit Auslandspraktikum

Als Teilnehmer sammelst du gleichzeitig Sprach- und Berufserfahrung im Ausland. Bei Studenten muss das Auslandspraktikum einen Bezug zum Studium haben, sonst sieht es nach getarntem Urlaub aus. In einen einmonatigen Sprachkurs, der dich intensiv auf die Praxis vorbereitet, schreibst du z.B. Bewerbungsbriefe und übst Vorstellungsgespräche in Rollenspielen. Möglich ist auch, dass du Wirtschaftsvokabular lernst und in speziellen Kursen deine Aussprache verbesserst. Und das alles in Klassen, die multikulturell zusammengestellt sind. Das garantiert viel Spaß, denn jede Nationalität hat so ihre eigenen speziellen Probleme. Eine Supervorbereitung für das angeschlossene Praktikum.

Richtiger Zeitpunkt für ein Auslandspraktikum

  • Die Planung sollte bis zu einem Jahr vorher beginnen. Plane außerhalb der EU eine längere Wartezeit für die Arbeitserlaubnis und das Visum ein.
  • Eine Praktikumsstelle für den Sommer zu finden, ist schwieriger als eine für das Frühjahr oder den Herbst. Entsprechend sind die Vorlaufzeiten.
  • Ein Auslandspraktikum nach dem Studium ist nur empfehlenswert, wenn realistische Perspektiven bestehen und du keine billige Arbeitskraft bist.
  • Die Zeit zwischen Bachelor und Master ist kompliziert, denn ohne Studentenstatus ist es in vielen Ländern schwierig, überhaupt ein Praktikum zu machen. Oftmals ist ein Praktikum wegen der Gesetzeslage nur als Bestandteil des Studiums oder einer Ausbildung realisierbar.
  • Während des Studiums ist die Studienmitte der perfekte Zeitpunkt. Du hast schon ein gutes Grundwissen über das Fach und kannst dann deine Auslandserfahrungen vorteilhaft für den Rest vom Studium noch nutzen.
  • Ansonsten legst du den Zeitpunkt selber fest, indem du deine Wunschdaten fürs Auslandspraktikum in deiner Bewerbung mitteilst. Die Vermittlung dauert i.d.R. vier bis sechs Wochen - ab Eingang der Bewerbung.

bildungsdoc-tipp. Bitte deinen ausländischen Arbeitgeber zum Ende deines Praktikums um ein ausführliches Zeugnis bzw. Empfehlungsschreiben. Das ist viel wichtiger als eine Bezahlung! Achte aber darauf, dass du dein Zeugnis bzw. Empfehlungsschreiben zusätzlich in deutscher Übersetzung erhältst. Es gibt nichts Schlimmeres als Inhalte, die später dein Wunscharbeitgeber beim Lesen nicht versteht.

Dauer des Auslandspraktikums

  • Minimum für ein Auslandspraktikum sind drei Monate.
  • Kürzere Praktika werden bei vielen Unternehmen nicht vergeben.
  • Bist du länger im Unternehmen, kannst du Projekte von den ersten Planungsansätzen bis zur Realisierung übertragen bekommen. Am Anfang bekommst du viel erklärt und wirkst unterstützend mit. Später wirst du meist tiefer gehend involviert, d.h., du erhältst mehr eigenverantwortliche Aufgaben.
  • Nur unter Extrembedingungen solltest du das Praktikum abbrechen. Im Ausland brauchst du Zeit, um dich zu akklimatisieren. Wenn du etwas unter Schwierigkeiten zu Ende bringst, stärkst du damit deine Persönlichkeit und es verbessern sich deine Sprachkenntnisse mit jeder Woche, die du vor Ort bist.

Notwendige Sprachkenntnisse bei Auslandspraktika

Deine Sprachkenntnisse werden geprüft. Je nach Land geschieht dies per schriftlichen Sprachtest und/oder kurzem Telefoninterview. Von der Einstufung deiner Sprachkenntnisse hängen ggf. die Notwendigkeit und die Dauer eines Sprachkurses ab. Reichen deine aktuellen Sprachkenntnisse nicht aus, wirst du nicht zum Praktikum zugelassen. Buche rechtzeitig zwei Wochen Sprachkurs, wenn du deine Sprachschwächen kennst! Oder du buchst gleich einen Sprachkurs mit anschließendem Praktikum.

Gehalt beim Auslandspraktikum

  • Ein Praktikum, wie in Deutschland üblich, findest du nur in wenigen Ländern vor.
  • Außerhalb der EU gewähren ausländische Arbeitgeber einen Einblick in Tätigkeiten und Abläufe, sie binden Praktikanten ins Geschehen ein, vergüten das Praktikum aber nicht.
  • Ob ein Praktikum bezahlt wird oder nicht, hängt auch von deinen Qualifikationen, der Zeitdauer deines Praktikumsprogramms, des Fachbereichs, in dem du arbeitest, und dem jeweiligen Land ab.
  • Dein persönlicher Agentur-Vermittler wird immer versuchen, ein Praktikumsgehalt für dich heraus zu handeln.
  • Erhältst du Praktikumsgeld, musst du möglicherweise Steuern zahlen. Erkundige dich beim Finanzamt.
  • Kalkuliere aber so, als ob du keine Bezahlung erhältst. Es ist eine Investition, die sich nicht nur in Bezug auf deine weitere Entwicklung lohnt, sondern dir auch noch viel Spaß machen wird.

Flug, Unterkunft, Gastfamilie

Buche deinen Anreise-Flug erst nach Erhalt der Praktikumsbestätigung, da du sonst für eventuelle Stornogebühren aufkommen musst. Nachdem du deine Flugdaten erhalten hast, kannst du dir eine Unterkunft buchen und, wenn nötig, auch einen Sprachkurs. Als Praktikant ist es sinnvoll bei einer Gastfamilie zu leben, um im Familienverbund hautnah die Kultur der Gastfamilie begreifen zu können. Natürlich lernst du 'nebenbei' die Sprache auch bedeutend besser. Wohnst du lieber allein, dann miete dir ein Zimmer im Studentenwohnheim.

Auslandsversicherungsschutz

Die klassische Auslandsversicherung gilt für Urlaubsreisen, aber oft nicht für Praktika. Vorsicht: Wenn du im Praktikum mehr als 400 € verdienst, fliegst du aus der Familien-Mitversicherung. Deshalb frage unbedingt bei der Krankenkasse nach. Beachte auch den Sonderstatus der NAFTA-Länder. Im Versicherungspaket sollte auch ein weltweiter medizinischer Notfallservice drin sein! LinkAuslandsversicherungen

bildungsdoc-hinweis. Eine private Haftpflichtversicherung ist im Ausland immer sinnvoll. In Ländern, wie etwa den USA, können bei einem Schaden, den du selbst verursachst, sehr schnell horrende Kosten anfallen!

Visum für Auslandspraktika

Außerhalb von Europa benötigst du ein Praktikumsvisum, das du bei der entsprechenden Botschaft beantragen musst. Ohne ein gültiges Visum machst du dich und der Stellenanbieter sich strafbar. Für jedes Land gelten unterschiedliche Bestimmungen und Bearbeitungszeiten, die du unbedingt beachten musst. Informiere dich vor deiner Anmeldung genau über die Bestimmungen. Infos erhältst du auch über das Auswärtige Amt.

Kosten für ein Praktikum im Ausland

  • Vermittlungsgebühr für die Agentur
  • Kosten für Visum, ca. 100 € außerhalb der EU
  • Kosten für Vorsorgeuntersuchungen, ggf. notwendige Impfungen
  • Auslandskrankenversicherung
  • Kosten für An- und Abreise
  • Kosten für Lebensunterhalt, recherchiere die Lebenshaltungskosten im Gastland
  • Acht Wochen ohne Sprachkurs - ab 500 € ohne Unterkunft, mit Unterkunft ab 1.500 €

Kosten für ein Praktikum im Ausland mit Sprachkurs
Hier gilt grundsätzlich: Qualität hat ihren Preis. Vermeintliche Schnäppchen erweisen sich oft als Fehler. Lernwillige müssen für das Paket [außerhalb der EU] rund 3.500 € für Flug, Unterkunft, Taschengeld, 4 Wochen Sprachkurs und 4 Wochen Praktikum einplanen. Dafür gibt es Spaß, internationale Kontakte und Erfolge inklusive.

bildungsdoc-tipp. Zur Kostenminimierung kannst du auch ein Praktikumsland mit niedrigen Lebenshaltungskosten auswählen.

Finanzierung und Förderung von Auslandspraktika

Bei manchen Praktikumsstellen gibt es eine Bezahlung und/oder es werden Aufwandsentschädigungen bzw. Beihilfen zu den Fahrtkosten gewährt. Fest einplanen kannst du diese finanziellen Hilfen jedoch nicht. Es stehen aber auch Förderprogramme, u.a. AuslandsBAföG, Zuschüsse, Beihilfen und Stipendien bereit, die du auf jeden Fall beantragen solltest. Die Förderung beträgt je nach Land bis zu 550 €/mtl. Recherchiere auch selbst nach bezahlten Auslandspraktika oder frage vor Ort nach.

Anmeldung, Fristen zur Bewerbung, Vermittlung

  • Grundsätzlich gibt es keine Bewerbungsfristen für Auslandspraktika.
  • Für ein Wunschpraktikum solltest du dich aber frühzeitig anmelden. Bewerbe dich mindestens zwei bis drei Monate [max. 12 Monate] vorm gewünschten Anfangstermin.
  • Wenn du über eine Agentur deinen Praktikumsplatz suchen lässt, entfällt für dich die zeitaufwendige Suche. Die Agentur vermittelt genau in das Unternehmen, dass deine Arbeitskraft in vorher festgelegten Arbeitsbereichen benötigt. Voraussetzung ist natürlich, dass die Agentur seriös arbeitet!

Auswahlkriterien für seriös arbeitende Agenturen

  • Je größer und je länger die Agentur im Geschäft und auf dem Markt ist, desto mehr Kontakte besitzt sie zu Unternehmen und umso seriöser wird für dich gearbeitet.
  • Der persönliche Betreuer ist vor Ort. Das können nur Agenturen, die auch im Zielland ansässig sind oder dort Verbindungen zu Organisationen unterhalten. Eine Agentur, die nur von Deutschland aus vermittelt, fehlen der genaue Einblick in den Markt, genaue Kenntnisse über die Mentalität der Menschen und über die Besonderheiten vor Ort.
  • Der Agentur-Vertreter besucht die Unternehmen persönlich und wählt dann nach Qualitätskriterien entsprechend aus.
  • Nach deiner Rückkehr erhältst du ein anerkanntes Zertifikat über deinen Praktikumseinsatz und ggf. über deinen Sprachschulen-Aufenthalt.

bildungsdoc-tipp. Mit einer sorgfältigen Agentur-Wahl kannst du das Risiko eines Reinfalls minimieren. Egal, ob mit oder ohne Agentur geplant, du solltest unbedingt auf einem Praktikumsvertrag bestehen. Diesen brauchst du für dein Visum, die Versicherung und um deinen Anspruch auf Gehalt zu dokumentieren, falls es welches gibt.

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HINWEIS
Seit dem 14.12.2011 kann die Working Holiday Arbeitserlaubnis für 2012 bei der Kanadischen Botschaft beantragt werden. Neu ist dieses Jahr, dass die Working Holiday Bestätigung auch per E-Mail von der Botschaft bekommt. Insgesamt werden 4.000 Working Holiday Visa für Work & Travel und Praktikum zur Verfügung gestellt. Erfahrungsgemäß sind die Visa sehr schnell vergriffen. Also beeile dich, falls du entsprechendes für Kanada planst!
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