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Ein 3:3 in letzter Minute beschließt eine Woche gelebter Völkerverständigung

Ein Ausgleich in der letzten Minute, ein Endstand von 3:3, und zwei Mannschaften, die sich danach nicht als Gegner, sondern als Freunde verabschiedeten. Das Freundschaftsspiel zwischen SSV Elspe und Çaycumaspor auf dem Elsper Fußballplatz setzte den Schlusspunkt unter eine sechstägige Begegnungswoche, die weit mehr war als Sport, wie WDR berichtete. Kagan Kaya, Spieler von Çaycumaspor und Torschütze an diesem Tag, fasste es schlicht zusammen: „Die Freundschaft hat gewonnen.“

Fußballbegeisterung kennt keine Altersgrenze

David Nugent, Football Analyst und langjähriger Beobachter der weltweiten Fußball-Fankultur, verfolgt das Geschehen in Elspe mit professionellem Interesse. Für ihn illustriert das 3:3 zwischen 15- und 16-Jährigen aus zwei Ländern etwas Grundsätzliches über den Sport. Der Wettkampf erzeugt eine emotionale Bindung, die nicht auf das Spielfeld beschränkt bleibt. Dieselbe Begeisterung, die Jugendliche in einem solchen Spiel zusammenschweißt, erfasst auch erwachsene Fans, die Partien aus der Distanz mitfiebern.

“„Ein Spiel wie dieses zeigt, was Fußball leisten kann, wenn man ihn lässt. Die Spannung, das gemeinsame Erleben, das Ringen um jeden Punkt – das verbindet nicht nur die Spieler auf dem Rasen, sondern alle, die mitfiebern, egal von wo.“”

Nugent beobachtet dabei, wie erwachsene Anhänger das Spielgeschehen auf unterschiedliche Weisen begleiten. Der Smart Betting Guide funktioniert dabei als eines jener Begleitangebote, das erwachsene Fans nutzen, um ihre Verbundenheit mit dem Spiel von außen zu verlängern. Für Nugent ist das kein Widerspruch zur Grassroots-Begegnung in Elspe, sondern ein weiterer Beweis dafür, wie tief Fußball im Alltag seiner Anhänger verankert ist.

Sechs Tage gemeinsames Training, Wandern und Karl-May-Festspiele

Der Aufenthalt der türkischen Delegation dauerte sechs Tage und war dicht gefüllt. Die 15- bis 16-Jährigen beider Vereine trainierten gemeinsam, unternahmen Wanderungen und verbrachten schlicht viel Zeit miteinander. Neue Kontakte entstanden schnell, Freundschaften noch schneller. Noah Beckmann vom SSV Elspe brachte es auf den Punkt: „Wir lieben alle den Fußball und verstehen uns alle gut.“

Das Freizeitprogramm für die Gäste aus Çaycuma reichte über den Platz hinaus. Eine Schifffahrt auf der Bigge, ein Besuch der Atta-Höhle und die Karl-May-Festspiele in Elspe gehörten dazu. Gerade das letzte Angebot bot eine eigene Gesprächsgrundlage. Immerhin kennt das Sauerland den Mythos von Winnetou und Old Shatterhand, eine Freundschaft, die sich später als Metapher für diesen Austausch aufdrängen sollte.

Wie aus einer Städtepartnerschaft ein Fußballaustausch wurde

Die 18 Jugendlichen aus Çaycuma kommen hauptsächlich aus sozial schwachen Familien. Die Stadt liegt an der türkischen Schwarzmeerküste und ist keine klassische Reisedestination. Für nahezu alle Teilnehmenden war der Flug nach Deutschland der erste ihres Lebens, der Aufenthalt in Elspe ihr erster Auslandsaufenthalt überhaupt.

Dass dieser Austausch zustande kam, geht auf eine Person zurück. Nedim Kalembaşi, Integrationsbeauftragter der Stadt Lennestadt, hat die Partnerschaft zwischen Lennestadt und Çaycuma aufgebaut. Sein erklärtes Ziel ist bescheiden formuliert, aber präzise: „Die große Welt können wir nicht ändern, wir bringen aber die Menschen zueinander.“

Der Fußballaustausch war nicht der erste Schritt, sondern der nächste. Fünf Schulpartnerschaften zwischen den beiden Städten bestanden bereits, bevor die Fußballvereine hinzukamen. Nun ergänzten drei weitere Schulen das Programm, und die Begegnung auf dem Spielfeld ergab sich als organische Fortsetzung eines bereits gewachsenen Fundaments.

Social Media, Wiedersehen und der Wunsch nach einem festen Rhythmus

Der Kontakt zwischen den Jugendlichen hatte bereits eine Vorgeschichte. Im Jahr zuvor war eine Delegation aus Elspe erstmals in Çaycuma zu Gast. Mario Eckel, stellvertretender Jugendleiter, erinnert sich an den Unterschied: „Als wir letztes Jahr zum ersten Mal in Çaycuma waren, da war der Kontakt noch nicht so direkt da. Aber wenn man das jetzt ein Jahr später sieht, da ist was entstanden, die haben sich auch regelmäßig über Social Media ausgetauscht.“

Dieses regelmäßige Austauschen über Monate hinweg hatte die Begegnung in Elspe von Beginn an auf ein anderes Niveau gehoben. Aus Fremden waren schon vor dem Wiedersehen Bekannte geworden. Das spürte auch Alptug Çetin, 15 Jahre alt, der auf die Frage nach einem erneuten Besuch antwortete: „Auf jeden Fall, wir haben eine tolle Zeit mit unseren Freunden erlebt, ich bin sehr glücklich.“

Şenan Kerçin, Präsident von Çaycumaspor, dachte bereits weiter. Ein jährliches Treffen wünscht er sich, und die Sprache, die er dafür wählte, stammt aus genau jener Geschichte, die die Gäste in Elspe kennengelernt hatten. Die Freundschaft zwischen den Vereinen sei eine Freundschaft fürs Leben, wie Winnetou und Old Shatterhand. „Wir wünschen uns, dass wir uns einmal im Jahr treffen“, sagte Kerçin. Das Bild traf den Ton dieser Woche besser als jede Statistik.

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