Vor dem Schreiben einer Bewerbung solltest du deinen möglichen zukünftigen Arbeitgeber ausgoogeln. Eine Online Recherche lohnt sich immer. Beantworte dir dabei folgende Fragen:
Was interessiert den Personalchef? Primär interessant sind für den Personalchef gute Noten, Studienrichtung, absolvierte Praktika und gemachte Erfahrungen im Ausland, also Auslandssemester und/oder Auslandspraktikum. Bei einem Auslandsaufenthalt sind die Beweggründe interessant, da sie Auskunft über Motivation und Selbständigkeit geben. Im Anschreiben zur Bewerbung sollst du nicht begründen, warum du dich bewirbst, sondern darlegen, was du drauf hast. Schreibe zuerst, was du wo geleistet, gelernt und erreicht hast. Warum soll gerade dich der Personalchef eines Unternehmens zu einem Vorstellungsgespräch einladen?
Viele Personalchefs entscheiden heute in 30 Sekunden, ob sie sich eine Bewerbung genauer anschauen oder nicht. Wichtig ist u.a. eine gute lesbare Schrift - Verdana oder Trebuchet. Vorn sollte die Mappe durchsichtig sein, damit der Personalchef gleich dein Foto sieht. So findet er Bewerbungen, die ihm gefallen haben, in einem großen Stapel leichter wieder. Was bringt Personalchefs beim Lesen von Bewerbungsschreiben zum Gähnen? 'Ich interessiere mich für die Stelle in Ihrem Unternehmen, weil Ihre internationale Ausrichtung zu meinem Lebenslauf passt.' Was nervt Personalchefs? Wenn er das Gefühl hat, dass du dich gar nicht mit dem Unternehmen beschäftigt hast, sondern deine Unterlagen als Massenware herausschickst. Das hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack.
Die Macherqualitäten spielen neben der fachlichen Eignung eine bedeutende Rolle. Dazu zählen Attribute wie Eigeninitiative, unternehmerisches Denken, Belastbarkeit und Innovationsfreude. Liefere konkrete Beispiele für deine Machermentalität und du hebst dich positiv aus der grauen Masse heraus.
Wichtiger Bewerbungsinhalt ist, dass du deine Qualitäten im Anschreiben und im Lebenslauf darstellst. Achte darauf, dass du nicht maßlos übertreibst. Gefragt ist das gesunde Maß an Selbsteinschätzung, gepaart mit der Fähigkeit, die eigenen Stärken bewusst zu vertreten, ohne dabei zu übertreiben.
Im gesamten Bewerbungsverfahren musst du die zukünftigen Aufgaben im Blick behalten. Konzentriere dich also nicht nur auf die in Stellenanzeigen geforderten Bewerbervoraussetzungen, sondern gehe auch auf die künftigen Tätigkeiten ein. Lass durchblicken, dass du weißt, was dich bei der neuen Stelle erwarten wird und auf welche Weise das Unternehmen von deinen Qualifikationen profitieren kann.
Sprachenzertifikate - das Plus für die Bewerbungsmappe
In der Bewerbung kann dir ein Sprachzertifikat helfen. Es ist ein Pluspunkt im
Lebenslauf, den nicht jeder zu bieten hat. Gerade darauf kommt es heutzutage an - auf
Zusatzqualifikationen, die du aus Eigenmotivation erworben hast.
Das Anschreiben zeigt die Qualität deiner Bewerbung. Fehlt z.B. der persönliche Ansprechpartner, obwohl er ausdrücklich in der Stellenausschreibung genannt wurde, ist die Rechtsform des Unternehmens falsch oder häufen sich Rechtschreibfehler, macht das keinen guten Eindruck. Der Bezug auf die Stellenanzeige und die eventuelle Chiffre-Nr. gehören in die Betreffzeile und haben im weiteren Text nichts verloren. Bei zu vielen Flüchtigkeitsfehlern unterstellt man dir, dass du im Berufsalltag zu einer schludrigen Arbeitsweise neigst. Das ist kein guter Anfang für dich! Das Anschreiben ist kein Begleitbrief, sondern hat einen hohen Stellenwert. Wenn du es absichtlich kurz hältst, forderst du den Leser dazu auf, sich die Infos selbst aus den Unterlagen herauszusuchen. Damit machst du es dir unnötig schwer.
Beginne nicht mit 'Adam und Eva...'. Verzichte auf jegliche Einleitung. Gehe präzise auf das Anforderungsprofil ein. Die kurze schriftliche Selbstcharakterisierung soll dem Personalchef klar machen, dass du dir zutraust, die Aufgaben der neuen Position ohne Probleme und mit Engagement zu bewältigen. Mit welchen Persönlichkeitseigenschaften, den sogenannten Soft Skills kannst du glänzen? Denke beim Bewerben in den Köpfen der Unternehmen. Warum sollten sie dich einstellen? Welchen Nutzen, welchen Mehrwert bringst du mit ins Unternehmen? Gib hierauf eine kurze präzise Antwort.
Ein Anschreiben von Absolventen erzielt die größte Wirkung, wenn die bisherigen Erfahrungen aus Praktika und Studium zu den kommenden Aufgaben passen. Verkaufe dich nicht unter Wert. Die goldene Regel der Bewerbungskommunikation lautet richtig: Beschreiben, aber nicht bewerten. Ausgewählte Beispiele sind immer besser als starre Formulierungen. Der Personalchef kann nicht wissen, was du mit Worthülsen wie 'Organisationstalent' oder 'Kommunikationsstärke' meinst. Deshalb schreibst du besser davon, dass du z.B. Erfahrung als Teamleiter bei großen VIP-Veranstaltungen hast oder dass du darin geübt bist, anderen Leuten den Rücken frei zu halten.
Erst nachdem du alle deine Stärken aufgezählt hast, gehst du darauf ein, weshalb du dich ausgerechnet auf diese Stelle bewerben möchtest. Wenn deine vorangegangenen Argumente schon deutlich für dich sprechen, ist es ohnehin nicht mehr so wichtig, warum du dich beworben hast. Beende das Bewerbungsschreiben mit einer eleganten Schlussformulierung. Anstatt der Floskel 'Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen', solltest du besser schreiben: 'Ich freue mich, Sie bald persönlich kennenzulernen.' Damit beweist du Selbstbewusstsein und dokumentierst, dass du dich schon auf das Vorstellungsgespräch freust. Unterschreibe das Anschreiben eigenhändig und mit Füllfederhalter!
Alle Angaben im Lebenslauf sollten einen Bezug zur angestrebten Position haben. Hierzu gehören vor allem einschlägige Qualifikationen und Erfahrungen. Eine Standard-Version für verschiedene Bewerbungen fällt dem Personalchef sofort auf und führt i.d.R. zu einer Absage. Wichtig ist neben den inhaltlichen Gesichtspunkten ein übersichtliches Design, denn das nimmt der Personalchef als Erstes wahr.
Beachte!
Ein privat geschossenes Bewerbungsfoto ist oft unscharf oder hat keinen passenden Hintergrund. Obwohl ein Foto nicht allein darüber entscheidet, ob der Bewerber den Job bekommt oder nicht, fällt doch der erste Blick zumeist auf das Bewerbungsfoto. Dieser erste Eindruck des Jobbewerbers ist nicht nur ein optischer, denn Gesichtsausdruck, Kleidung, Frisur, Körperschmuck und Körperhaltung laden zu Interpretationen beim Personalchef ein.
Investiere deshalb in ein Bewerbungsfoto [mindestens 6x4 Zentimeter groß], welches dich richtig professionell aussehen lässt. Klassisch für ein Porträt ist das Hochformat, weil es mit dem länglichen Gesicht harmoniert. Ein Querformat kann aber erfrischend sein. Es wirkt extravagant und abwechslungsreich. Achte beim Bewerbungsfoto auf guten Kontrast zwischen Person und Hintergrund.
bildungsdoc-hinweis. Es ist heute nicht mehr notwendig, sich mit Bild zu bewerben. Seit Inkrafttreten des Antidiskriminierungsgesetzes ist es für Arbeitgeber riskant geworden, ein Foto einzufordern, da dieses Rückschlüsse z.B. auf ethnische Herkunft oder eine Behinderung zulässt. Es schadet aber mit Sicherheit nicht, wenn du der Bewerbung ein Foto beifügst.
bildungsdoc-fazit. Das Gesamtpaket muss stimmen!
bildungsdoc-tipp. Erfolgreich wirst du nur, wenn du anders als die Masse bist. Tu immer etwas mehr, als was andere von dir erwarten!