Berufsbegleitendes Studium

Präsenzstudium, Abendstudium und Fernstudium


Berufsbegleitendes Studium allgemein

Der Vorteil eines berufsbegleitenden Studiums ist, dass der Job - und damit das regelmäßige Einkommen - nicht aufgegeben werden muss. Der Nachteil liegt in einer nicht zu unterschätzenden Doppelbelastung. Das Angebot an nebenberuflichen Studienmöglichkeiten ist in den letzten Jahren stark angestiegen – egal, ob berufsbegleitendes Präsenzstudium, Abendstudium oder Fernstudium. Jeder, der ein berufsbegleitendes Studium beginnt, muss sich zu Beginn die Frage stellen, welche Studienform für ihn die richtige ist.

Präsenzstudium

  • Du musst für Lehrveranstaltungen und Prüfungen persönlich in der Hochschule anwesend sein. Diese Pflichtveranstaltungen finden meist werktags an Abenden sowie am Wochenende ganztägig statt, z.B. 2x in der Woche von 18:00-21:30 Uhr Unterricht und am Samstag gibt es z.B. von 10:00-17:00 Uhr Blockseminare.
  • Die Klausuren schreibst du überwiegend abends in schriftlicher Form an der Hochschule. Klausuren können auch „zwischendurch“ geschrieben werden, um für dich die Belastung zum Semesterende hin zu verringern.
  • Hausarbeiten und Referate bereitest du in deiner freien Zeit vor.

bildungsdoc-hinweis. Du verbringst einen großen Teil der Studienzeit auf dem Campus, hörst Vorlesungen, nimmst am Unterricht teil und hast die Möglichkeit, dich mit deinen Kommilitonen auszutauschen. Für diese Studienform sind Zeitmanagement und Selbstdisziplin unabdingbar. Hast du damit richtige Probleme, solltest du eine andere Studienform wählen. Berücksichtige auch, wie weit von deinem Wohnort die künftige Hochschule oder Bildungseinrichtung entfernt ist. Bist du nur eingeschränkt mobil oder aber sehr viel unterwegs, kann es auch hier Probleme geben!

Abendstudium

  • Der Unterricht findet nach der Arbeit statt - i.d.R. fast jeden Wochentag. Die jeweilige Stundenzahl variiert zwischen drei bis vier Stunden.
  • Im Ausnahmefall ist auch der Samstag mit in den Stundenplan integriert.
  • Vorteil der Studienform ist ein [fast] vorlesungsfreies Wochenende.
  • Nachteilig ist der sehr lange Arbeitstag, den du akzeptieren musst.

Fernstudium allg.

Der häufigste Grund für ein Fernstudium ist die Berufstätigkeit. Es eignet sich aber für alle Menschen, die zeitlich oder räumlich gebunden sind und deswegen ihr Studium flexibel gestalten wollen oder müssen. Studiert werden kann in Teil- oder Vollzeit. Die Kosten variieren je nach Programm und Ausbildungsort. Einige Anbieter machen viel online und nutzen neue Kommunikationswege, andere versenden ausgedruckte Studienbriefe. Es gibt Bachelor- und Masterabschlüsse. Weitere Merkmale sind:

Vorteile Fernstudium

  • Du bist zeitlich ungebunden und kannst an jedem Ort der Welt starten.
  • Viele Bildungsanbieter verlangen keine Extra-Kosten, wenn du eventuell eine Lehrgangsverlängerung brauchst.
  • Du kannst jederzeit starten, denn es gibt keine starren Anfangstermine für die Fernstudium-Programme.
  • Fahrten zur Schule und zurück entfallen, d.h. für dich eine große Zeitersparnis und eingesparte Spritkosten.
  • Du hast keine Probleme bei einem beruflichen Wechsel des Arbeitsorts.
  • Für dich eine echte Alternative zum Präsenzstudium, wenn u.a. dein Wohnort weit entfernt von deiner Hochschule oder Bildungseinrichtung liegt oder du eingeschränkt mobil oder aber sehr viel unterwegs bist.
  • Lerneinheiten und Tests werden per Post oder per Mail versendet.
  • Bei „freier“ Zeiteinteilung lernst du mit Hilfe interaktiver Kurse im Internet, per CD-ROM oder DVD.
  • Mündliche Prüfungen können z.B. über eine Videokonferenz erfolgen. Ansonsten wird ein Fernstudium meist zu Hause im Selbststudium absolviert.
  • Du entscheidest selbst, wann du welche Lektionen lernst.
  • Einige Anbieter von Fernprogrammen haben allerdings auch Präsenz-Zeiten an der jeweiligen Einrichtung bzw. dem dazugehörigen Studienzentrum festgelegt. Diese dienen zur Überprüfung des Lernfortschritts und ermöglichen den direkten Kontakt mit Tutoren und Kommilitonen.
  • Kommilitonen lernen sich auch kennen, indem sie sich zu „Online-Lerngruppen“ zusammen schließen.
  • Eine Förderung des Fernstudiums durch BAföG ist nicht möglich. Allerdings kannst du die Studiengebühren steuerlich geltend machen.

„Nachteile“ Fernstudium

  • Als Berufstätiger darfst du das Pensum eines Fernstudiums nicht unterschätzen. Pro Woche kannst du 12 bis 20 Stunden einrechnen.
  • Du musst dich in Eigenregie zum Lernen motivieren können.
  • Du musst bereit sein, deine bisherigen Freizeitaktivitäten bzw. Hobbys über einen längeren Zeitraum [3 bis 4 Jahre] stark einzuschränken.
  • Das Familienleben wird durch dein Fernstudium beeinflusst. Es ist wichtig, dass du vor[!] Aufnahme des Fernstudiums mit deinem Partner deine Weiterbildungspläne und die damit entstehenden Belastungen durchsprichst.
  • Du musst diesen Abschluss auch wirklich wollen. Ansonsten scheiterst du.

bildungsdoc-hinweis. Nur ein Höchstmaß an Selbstdisziplin und eine realistische Einschätzung der eigenen Zeitressourcen bringen dir beim Fernstudium den Erfolg. Durch die freie Zeiteinteilung besteht die Gefahr, dass du die Lerneinheiten solange verschiebst, bist du letztendlich den Studiengang komplett abbrichst. Außer Spesen nichts gewesen!

Auswahlkriterien für Anbieter

Für Fernstudiengänge gibt es viele seriöse Anbieter, aber auch einige weniger seriöse.
Prinzipiell gilt in Deutschland:
Ohne ein entsprechendes Zulassungssiegel dürfen in Deutschland keine Fernkurse gegen Entgelt angeboten werden. Eine Verordnung zum Schutz der Verbraucher. Weitere Anbieter sind staatliche und staatlich zugelassene Hochschulen. Kontrolliere vor deiner Bewerbung dringend die Akkreditierung deiner ausgewählten Hochschule. Weitere Auswahlkriterien sind, u.a.

  • Ist die Fernhochschule nach Qualitätsstandard zertifiziert?
  • Sind die Abschlüsse in Industrie, Wirtschaft und Öffentlichkeit anerkannt?
  • Gibt es einen Online-Campus mit Foren, Chats und Kontaktmöglichkeiten, in denen sich Kommilitonen untereinander austauschen können? Gerade beim Fernstudium ist dies eine sehr sinnvolle Einrichtung.
  • Wie gut und zuverlässig sind Dozenten bzw. dein Betreuer erreichbar?
  • Wie schnell werden Einsendearbeiten korrigiert?
  • Wenn du einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang belegst, hast du u.a. garantiert:
    • 14 Tage Rücktrittsrecht vom Vertrag ohne Kosten und Risiko.
    • Dreimonatiges Kündigungsrecht jederzeit nach Ablauf des ersten Halbjahres nach Vertragsschluss.
    • Gleichbleibende Studiengebühren für die gesamte Dauer des Lehrganges.

bildungsdoc-fazit. Egal, welche Form des berufsbegleitenden Studiums du auswählst, du brauchst zwei bis drei Jahre, um deinen Abschluss (Bachelor, Master, etc.) zu erhalten. Du musst ehrlich abwägen, ob du für diese Jahre bereit bist, auf manche Freizeitaktivitäten zu verzichten und ob du diesen Abschluss auch wirklich willst! Ein Alibi-Studium solltest du auf gar keinen Fall beginnen.

Studierst du an einer staatlich anerkannten Einrichtung, erwirbst du mit Präsenz-, Abend- und Fernstudium einen akademischen Grad, der denen mit Direktstudium gleichgestellt ist. Du hast nur einen anderen Weg dahin gewählt. Oftmals wird von Arbeitgebern ein nebenberufliches Fernstudium sogar positiver gewertet, da du über Stärken, wie z.B. Zeitmanagement und Disziplin, verfügst. Ansonsten ständest du als "Studienabbrecher" da!

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