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Online Schule: Virtuelles Klassenzimmer

Internetschule - Schulunterricht der Zukunft?

Online Schule

Internetschule, Online Schule - was ist das?

Deutschlandweit gibt es bisher wenig zugelassenen Online-Schulunterricht, der Schüler aus der Ferne auf den Schulabschluss vorbereitet. Die Online Schule wird von Schülern genutzt, die nicht auf eine Regelschule gehen können. Die Schule kommt sozusagen zu ihnen nach Hause. Schüler sind u.a. junge Profisportler, Musiker und Schauspieler sowie Kinder mit Schulangst oder chronisch Kranke, die ihren Schulabschluss sonst nicht schaffen würden. An der Online Schule lernen Schüler in einer 1:1-Betreuung mit ihren Lehrern übers Netz. Nur zu den Prüfungen, die extern abgelegt werden müssen, sehen sie sich. Lehrer versorgen ihre Schüler mit Übungsblättern und sonstigen Lehrmaterial. Die Schüler müssen alles selbstständig bearbeiten und zur Korrektur an ihren Lehrer online senden. Offene Fragen klären Lehrer und Schüler per Mail oder Chat. Möglichst einmal am Tag sehen und hören sie sich per Videokonferenz.

Wer lernt an einer Online Schule, Internetschule?

Da die Online Schule keine Ergänzungs- oder Ersatzschule ist, dürfen schulpflichtige Kinder und Jugendliche die Fernlernangebote nur nutzen, wenn sie von der Schulpflicht befreit sind. Dafür müssen sie gute Gründe haben:
  • Wenn das Trainingspensum beim Leistungssport und Auslandsturniere nicht mehr mit der Schule vereinbar sind.
  • Kinder, deren Eltern im Ausland wohnen und arbeiten, können auch schon an Grundschulkursen teilnehmen.
  • Schüler, die aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht am regulären Unterricht teilnehmen können.
  • Wenn Musiker und Schauspieler schon in jungen Jahren sehr gefragt sind (voller Terminkalender).
  • Kranke Kinder, die nicht mehr in die Schule gehen können, aber dennoch weiter lernen wollen.
  • Chronisch kranke Kinder oder Schüler, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, können am Fernunterricht teilnehmen, um nicht den Anschluss zu verlieren.
  • Wenn der Arzt bescheinigt, dass der Schüler schulunfähig ist – z.B. durch Mobbing.

bildungsdoc-fazit. Lernen an einer Internetschule verlangt eigene Disziplin und Motivation. Der Unterricht ist effektiv, da die 1:1-Betreuung sich positiv auf den Schüler auswirkt. In Ausnahmefällen kann das Online Lernen die Schule ersetzen. Es sollte jedoch immer das Ziel sein, dass der jeweilige Schüler wieder in das Regelschulsystem reinintegriert wird. Immer allein zu lernen, gefällt vielen nicht so gut. Der Kontakt zu anderen Schülern fehlt. Schüler müssen auch im Verband und von Mensch zu Mensch lernen.

Was ist ein virtuelles Klassenzimmer?

Der Unterricht im virtuellen Klassenzimmer ist für den Lehrer „ruhiger“. Er bespricht zwar im Klassenraum Texte, verteilt Aufgaben und stellt Schülern Fragen. Doch die sitzen in einem Klassenzimmer etliche Kilometer von ihm entfernt. Er spricht in eine Kamera und sieht "seine" Schüler auf einem großen Flachbildschirm. Kamera und Bildschirm gibt es auch im Klassenzimmer der Schüler für die beiderseitige Kommunikation.

Nachdem sich Deutschlands Hochschulen an das Online Lernen herangetastet haben, ziehen nun auch erste Schulen nach. In Bayern bietet z.B. ein Abendgymnasium vier Schuljahre zu Hause am heimischen Computer an. Auch das gestartete niedersächsische Modellprojekt für die ostfriesischen Inseln wird den Unterricht in einigen Fächern verändern. Vorstellbar ist das Online Lernen aber auch für ländliche Regionen, in denen viele Familien wegziehen, Fachlehrer fehlen und Schulen schließen müssen.

Welche Vorteile hat ein virtuelles Klassenzimmer?

Schulen können bei fehlenden Fach- bzw. Sprachlehrern untereinander kooperieren. Eine Spanisch-Lehrerin z.B. könnte ihre Stunden gleichzeitig vor der eigenen und den Klassen der Partnerschulen halten. Wird ein Lehrer krank, übernimmt der Lehrer einer Partnerschule den Unterricht. Kein Unterrichtsausfall mehr. Schüler haben eine größere Fächerauswahl. Fächer, die es an kooperierenden Schulen gibt, aber nicht an der eigenen, können gewählt werden. Abgestimmte Stundenpläne der Partnerschulen sind Voraussetzung. Vorteile aus Sicht der 16 Bildungsministerien: Personalkosten können gesenkt und unwirtschaftliche Schulen geschlossen werden.

Technisch ist heute beim Online Lernen alles möglich - dank schneller Internetverbindungen, digitaler Tafeln und Videokonferenzsoftware. Die Schulen sind mit digitalen Tafeln, sogenannten Whiteboards, ausgestattet, auf der die Lehrer schreiben. Sie können auf diesen aber auch Texte, Bilder oder Videos zeigen. Alles wird direkt übertragen - selbst das Tafelbild kommt Strich für Strich beim Schüler an. Ein externer Anbieter sorgt dafür, dass die Verbindung steht und die Software funktioniert.

bildungsdoc-fazit. Virtuelles Klassenzimmer als Online Schule konzipiert. Das könnte für kommende Schüler-Generationen fast so selbstverständlich sein wie für die heutige Generation der Lehrer, der noch vor der Schultafel steht. Sollte sich die staatliche Sparpolitik weiter durchsetzen und die Kommunikationstechnik sich im jetzigen Tempo weiterentwickeln, werden viele unvergessliche „zwischenmenschliche Beziehungen“ von Lehrern und Schülern für immer der Vergangenheit angehören. Eigentlich sehr schade!

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