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Fluch oder Segen: Auslandsaufenthalte im Lebenslauf

Auslandsaufenthalte im Lebenslauf

Work & Travel, Auslandssemester, Freiwilligendienst im Ausland, Au Pair – Auslandsaufenthalte sind bei der Generation Y nach wie vor beliebt. Die Motivationen für Tätigkeiten im Ausland sind dabei vielfältig.

Neben Selbstfindung und Verbesserung der Sprachkenntnisse geben viele Rückkehrer als Beweggrund für die Auslandszeit eine „Verschönerung“ des Lebenslaufs an. Aber lassen sich Personaler mit Auslandsaufenthalten aktuell noch beeindrucken? Ob Bewerber mit Auslandserfahrung wirklich häufiger zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden, klärt der folgende Artikel.

bildungsdoc-hinweis. Personaler sind inzwischen gut mit Auslandsaufenthalten vertraut und wissen, wie groß der Mehrwert von Bewerbern mit Auslandserfahrung ist.

Soft Skills durch Auslandsaufenthalt

Der wesentliche Vorteil vom Reisen ist, dass man unbewusst lernt. Kulturelle Unterschiede, Eigenverantwortung und Sprachbarrieren erweitern den Horizont von jungen Menschen – die Soft Skills werden geschult. Allerdings ist die explizite Erwähnung von Soft Skills im Lebenslauf nicht zielführend, da das Fachwissen und die Berufspraxis des Anwärters im Vordergrund stehen. Trotzdem werden dem Personalmanagement durch eine Auslandstätigkeit folgende Kompetenzen signalisiert:
  • Networking
  • Teamfähigkeit
  • Effektive Kommunikationsfähigkeit
  • Interkulturelles Verständnis
  • Selbständigkeit
  • Organisationsfähigkeit

Eine Studie der Uni Jena hat außerdem herausgefunden, dass Auslandssemester und Auslandsjahre den Prozess des Erwachsenwerdens beschleunigt. Einzige Voraussetzung für den Lern- und Reifeprozess ist, dass man sich nicht einigelt und sich aus dem öffentlichen Leben zurückzieht. Ein typischer Fehler von Austauschschülern: Zum Freundeskreis gehören vermehrt gleichsprachige oder kulturnahe Mitschüler. Folglich hat nicht jeder seine Auslandszeit tatsächlich genutzt – und das wissen auch die Personaler.

Fremdsprachen immer wichtiger

Der Fremdsprachenaspekt in der Arbeitswelt gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, da die Wirtschaft zunehmend von global – sowohl intern als auch extern – kommunizierenden Unternehmen bestimmt wird. Fließendes Englisch wird heutzutage fast schon erwartet – anders sieht dies jedoch bei exotischeren Sprachen wie Chinesisch oder Arabisch aus. Vor allem bei großen Konzernen steigen die Chancen auf ein Bewerbungsgespräch durch exotische Sprachkenntnisse enorm.

Wer also wirklich von einem Auslandsaufenthalt bezüglich der Karriere profitieren möchte, sollte nicht ins englischsprachige Ausland reisen. Des Weiteren spielt der Kenntnisstand der Fremdsprache eine wichtige Rolle. Das Sprachniveau muss wahrheitsgemäß und präzise im Lebenslauf angegeben werden. Dabei gilt: „Unzureichende Kenntnisse und Defizite gehören nicht in einen Lebenslauf. Ein Lebenslauf und eine Bewerbung sollen die positiven Seiten der Persönlichkeit präsentieren. Daher ist es nicht sinnvoll, Sprachen oder Kenntnisse explizit zu erwähnen, über die man nicht oder nicht mehr verfügt“, raten die Bewerbungsexperten von Lebenslauf.de. Lügen führen später zu peinlichen Situationen, Entlassung sowie strafrechtlichen Konsequenzen.

Bewerbungserfolg abhängig von individueller Stelle

Ein Auslandsaufenthalt ist keine Garantie für die Arbeitsplatzvergabe, sofern keine thematische Relevanz für die Stelle vorhanden ist. Wenn der Job exakt die Fähigkeiten fordert, die im Ausland trainiert werden, sind Tätigkeiten im Ausland empfehlenswert. Der Trend geht außerdem in folgende Richtung: Da Auslandsaufenthalte heute keine Seltenheit mehr bei Bewerbern sind, betrachten Personaler gediegene Provinzler mit anderen Augen. Sesshaftigkeit vermittelt andere Werte wie beispielsweise Bodenständigkeit. Eben solche Attribute von Bewerbern machen bei der Vielzahl an Auslandsaufenthalten interessant und werden stetig bedeutsamer. Gut zu wissen: Bei der Implementierung der Auslandsaufenthalte in den Lebenslauf kann einiges falsch gemacht werden. Hier kann nachgelesen werden, wie der Auslandsaspekt erfolgreich in die Vita integriert wird.