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Ausbildung im Ausland, Berufsbildung ohne Grenzen

Ich bin dann mal weg - mach mehr aus deiner Ausbildung

Auf der Walz

Ausbildung im Ausland - eine Win-Win-Situation

Die wachsende Verflechtung wirtschaftlicher Beziehungen über die Grenzen hinaus erfordert Beschäftigte, die schon frühzeitig mit dem Auslandsgeschäft vertraut sind. Unternehmen brauchen zukünftig verstärkt Mitarbeiter, die fit für die globalisierten Märkte sind. Die Ausbildung im Ausland ist ein erster, richtiger Schritt. Unternehmen profitieren von gesteigerter Motivation, Fremdsprachenkenntnissen, ersten Kontakten ins Ausland, Persönlichkeitsentwicklung und Selbstvertrauen ihrer neuen Mitarbeiter. Für alle drei Parteien – Azubi, Ausbildungsbetrieb und ausländischen Praktikumsbetrieb – ist es eine Win-Win-Situation, genau genommen sogar eine Win-Win-Win-Situation.

Welche Regeln gelten für die geförderte Ausbildung im Ausland?

  • Im Berufsbildungsgesetz ist geregelt, dass Azubis bis zu 25% ihrer Ausbildungszeit als geförderte Ausbildung im Ausland absolvieren können. Was die Azubis im Ausland lernen sollen, wird bei allen Programmen vor der Reise mit ihnen, dem Ausbilder und den Auslandsbetrieb vereinbart. Die spezielle Ausbildungsmaßnahme wird im Ausbildungsvertrag aufgenommen, wenn das Einverständnis des auszubildenden Unternehmens vorliegt.
  • Deine Ausbildungsfirma muss die Ausbildungsvergütung auch während des Auslandsaufenthalts zahlen. Der aufnehmende Betrieb kann einen Teil davon übernehmen. Firmen erhalten aber für ihre Azubis einen finanziellen Zuschuss pro Woche. Kosten für Reise und Unterkunft muss der Azubi tragen. Dafür gibt es Zuschüsse durch Förderprogramme, u.a. ERASMUS+ Berufsbildung. Die Mindestdauer für die Förderung beträgt drei Wochen.
  • Du musst Freistellung fürs Ausland an Berufsschule beantragen und versäumten Stoff bei Rückkehr nachholen.
  • Grundsätzlich ist ein Auslandsaufenthalt weltweit möglich. Förderprogramme gibt es aber nur innerhalb der EU.
  • Das Ausbildungsziel ist primär, dann erst Erwerb von Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen.
  • Weitere Infos zum Thema „Berufsausbildung in Europa“ findest du auch auf dem Europäischen Jugendportal.

Du willst ins Ausland - was musst du tun?

Du bist neugierig auf andere Länder und willst deine Sprachkenntnisse verbessern? Dann nichts wie weg. Azubis aller Fachrichtungen können grundsätzlich ins Ausland gehen. Achte schon bei der Ausbildungsplatzsuche darauf, ob der Ausbildungsbetrieb international aufgestellt ist. Oft ist ein Auslandsaufenthalt von vornherein fest eingeplant. Ansonsten gehe in die Offensive und frage beim Bewerbungsgespräch bzw. beim Ausbilder danach. Falls es kein Austauschprogramm gibt, hast du noch die Möglichkeit, bei deiner Berufsschule nachzufragen oder selbst einen Aufenthalt zu organisieren. Dafür musst du deinen Auslandsaufenthalt mit deinem Ausbilder und der Berufsschule abstimmen und dich danach auf bundesweit ausgeschriebene Stellen, sogenannte "Pool-Projekte", bewerben, die andere Einrichtungen anbieten. Egal, welche Förderung du wählst: Für die Bewerbung brauchst du Lebenslauf, ein gutes Motivationsschreiben, grünes Licht von deinen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und gute (meist englische) Sprachkenntnisse. Und nach deiner Rückkehr musst du den verpassten Stoff aus der Berufsschule selbstständig aufholen. Der Aufwand lohnt sich - versprochen!

bildungsdoc-tipp. Viele Azubis und Berufsschüler gehen während der Ferien ins Ausland, denn so verpassen sie in der Berufsschule nicht zu viel Unterricht. Als Vorlauf solltest du zwei bis vier Monate einplanen.

Du brauchst eine Auslandsberatung? "Berufsbildung ohne Grenzen" hilft dir!

Berufsbildsung ohne Grenzen Ziel des Programms „Berufsbildung ohne Grenzen“ ist es, die Anzahl von auslandserfahrenen Fachkräften spürbar zu steigern, d.h. grenzüberschreitende Mobilität bereits während der Ausbildung oder im Anschluss daran zu realisieren.

Auslandsberatung: Fragen, die du zur Ausbildung im Ausland hast, werden von Mobilitätsberatern der HWK, IHK beantwortet. Sie informieren Azubis, Berufsschüler, Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen, wie ein Auslandsaufenthalt abläuft.

Fragen, die dir die Mobilitätsberater u.a. beantworten:
  • Wird die Ausbildung im Ausland überhaupt anerkannt?
  • Wie findest du ein Unternehmen im Ausland?
  • Wer finanziert deinen Auslandsaufenthalt?
  • Wie ist der organisatorische Ablauf?

Geförderte Ausbildung im Ausland - Förderprogramme für Praktika im Ausland

Firmen mit eigenen Niederlassungen oder Tochterunternehmen im Ausland entsenden ihren Firmennachwuchs europa- und weltweit. Oft werden die Auszubildenden über private Kontakte in Gastfamilien untergebracht. Kosten für Verpflegung, Reisekosten und Sprachkurse werden erstattet. Für alles weitere muss der Azubi selbst aufkommen. Auch immer mehr kleinere Unternehmen bieten ihren Azubis eine derartige Ausbildungsmaßnahme als Mehrwert an. Auf jeden Fall solltest du deine Ausbildungsfirma bzw. Berufsfachschule darauf ansprechen!

Die IBS-Datenbank bietet Austauschprogramme an, an denen Azubis aller Berufsfelder teilnehmen können. Den Antrag auf Austausch müssen die Ausbildungsfirmen stellen. Ein Jahr Vorlauf wird benötigt. Dann können mehrere Azubis einer deutschen Firma ein Praktikum von drei bis zwölf Wochen absolvieren. Die finanzielle Unterstützung variiert, u.a. werden Verpflegung und Unterkunft bezahlt.

Größte Förderprogramm - ERASMUS+ Berufsbildung:
  • Mit Erasmus+ ins Ausland: Für jede Art der Ausbildung finden in EU-Ländern sowie Schweiz, Island, Lichtenstein, Norwegen, Kroatien und Türkei Projekte statt - zwei Wochen bis zwölf Monate.
  • Zielgruppen sind Auszubildende, Berufsschüler und Berufsfachschüler. Gefördert werden Lebenshaltungskosten im Zielland während des Aufenthalts, Fahrtkosten und Kosten für die Organisation des Auslandsaufenthalts.
  • Ein Großteil der Förderung wird zu Beginn des Projekts ausgezahlt. I.d.R. gibt es 1.000 € pro Monat, extra Geld erhältst du für Sprachkurse. Den Auslandsaufenthalt müssen Ausbildungsbetrieb und Berufsschule zustimmen.
  • Beratung Unterstützung erhältst du von der NABiBB und den Mobilitätsberatern von Berufsbildung ohne Grenzen. Förderanträge können 1x im Jahr zu einem festen Termin beim Bundesinstitut für Berufsbildung gestellt werden.

bildungsdoc-hinweis. Das Geld wird dir nicht direkt ausgezahlt. Die Erasmus+- Förderung erhält die Einrichtung, die den Förderantrag stellt, also deine Berufsschule, Kammer oder dein Betrieb. Wie diese mit dem Geld verfahren, ist unterschiedlich. Einige Einrichtungen zahlen das Geld an die Praktikanten aus, die ihre Reise und Wohnung dann selbst organisieren. Andere organisieren das Praktikum für ihre Azubis, Schüler und buchen für sie den Flug und eine Unterkunft. Außerdem erhältst also weiterhin deinen Lohn, während du im Ausland bist.

Förderprogramme für Praktika im Ausland (Auswahl):

Übersicht Bildungsprogramme