Selbstfindung
Beispiele – anhand des Studiums
Nutze deine Studienzeit, um so viel wie möglich Praxis- und Auslandserfahrungen zu sammeln. Allerdings warnen Experten auch davor, nur um der Karriere Willen im Ausland zu studieren. Wenn du nur nach Asien gehst, weil das gerade im Trend liegt, aber keine Begeisterung für Sprache und Kultur hegst, hast du nichts davon. Das ist verlorene Zeit!
Achte während des gesamten Studiums darauf, dass du Aufgaben übertragen bekommst, bei denen du komplexe Probleme bewältigen und meistens selbstverantwortlich handeln musst. Wenn du diese Aufgaben nicht bekommst, dann werde aktiv und hole sie dir. Dein Warten und Zögern kann später deine Entwicklung bremsen.
Soziale Kompetenzen beim Studium
Es wird von dir erwartet, dass du während des Studiums aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnimmst. Das kann z.B. die Mitarbeit in Studentenorganisationen sein, um deine eigenen Sozialkompetenzen, wie Teamerfahrung und Konfliktmanagement, zu fördern. Gleichzeitig solltest du aber auch außerhalb des Studiums aktiv werden.
Wenn du dich außerhalb von Schule oder Studium bereits erfolgreich engagiert hast,
z.B. mit ehrenamtlicher Arbeit, beweist du damit wichtige soziale Kompetenzen. Zum
Missbrauch für Karrierezwecke eignet sich ein Ehrenamt nicht. Aber wenn du dich aus
Überzeugung engagierst, hast du gute Chancen, von dieser Arbeit auch dauerhaft zu
profitieren. Du willst dich engagieren und weißt aber nicht wo? Hier wirst du gebraucht:
Diakonie | Caritas | Ehrenamt | Ehrenamtlich | Pro-FSI | Jugend hilft!
Soft Skills beim Studium
Schlüsselkompetenzen (Soft Skills) sind schwer in Mode gekommen. Es gibt 3 verschiedene Gruppen:
- Du solltest dich gut organisieren können.
- Du solltest Werkzeuge für das Leben und die Arbeit gut beherrschen können.
- Du solltest im Team arbeiten und Konflikte bewältigen können.
Ein Blick in die Stellenanzeigen von Jobbörsen und Tageszeitungen zeigt dir, ohne Soft Skills geht in der Gegenwart fast gar nichts mehr. Es geht darum, die zwischenmenschliche Arbeit und den Kontakt zum Kunden so professionell und kompetent wie möglich zu gestalten. Umfragen ergaben, dass 'Fachidioten' auf dem Arbeitsmarkt nur noch geringe Chancen haben. Soft Skills sind für deinen Berufseinstieg genauso wichtig wie Fachwissen. Darum studiere sie und arbeite daran.
Soft Skills sind:
- Analytische und konzeptionelle Fähigkeiten | Wichtiges solltest du schnell Erfassen und dabei klar strukturiert Denken können!
- Teamfähigkeit | Wie trägst du kontroverse Diskussionen aus? Kannst du kreativ in Gruppen arbeiten?
- Kommunikationsfähigkeit | Kannst du gut auf Mitarbeiter und Kunden eingehen? Kannst du repräsentieren?
- Eigeninitiative | Hast du bisher viel selbst organisiert oder hast du dich immer auf andere verlassen?
- Flexibilität | Kannst du dich schnell auf Veränderungen einstellen? Kannst du schnell umschalten?
- Überzeugungskraft | Schließen sich dir Menschen an, weil du sie überzeugt oder nur überredet hast?
- Mobilität | Warst du in der Vergangenheit im Ausland, z.B. für ein Praktikum oder ein Auslandssemester?
- Kundenorientierung | Hast du Spaß, Menschen zu beraten und ihnen bei ihrer Entscheidung zu helfen?
- Zielstrebigkeit | Nach welchen Kriterien hast du dein bisheriges Leben geplant? Hattest du Ziele?
- Belastbarkeit | Bist du ausgeglichen? Wie reagierst du auf Stress? Kannst du dich schnell regenerieren?
- Begeisterungsfähigkeit | Kannst du dich jeden Tag neu motivieren - auch bei Routineaufgaben?
- Vernetztes Denken | Denkst du nicht nur im einfachen 'Ursache-Wirkung-Modus', sondern auch komplex?
- Interkulturelle Kompetenz | Hast du, neben der Sprache, auch die Sensibilität für andere Denkweisen?
Stress beim Studium
Stress ist zum Statussymbol geworden. Nur wer Stress hat, ist erfolgreich und gefragt - solange derjenige kann! In den Kliniken nimmt die Zahl der jungen Patienten zwischen 30 und 35 Jahren zu, die schon am Anfang ihres Berufslebens so ausgebrannt sind wie ihre Vorgänger an dessen Ende.
Das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit beschäftigt nicht nur Topmanager. Work- Life-Balance ist in den Führungsetagen ein Tabuthema. Kaum jemand spricht offen darüber, dass er in diesem Bereich einige Probleme hat. Viele sehen es als Schwäche an.
Immer mehr Studenten leiden unter dem Burn-out-Syndrom. Lt. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes hat jeder siebte Student Beratungsbedarf zu Depressionen, Angstattacken, Angst vor Versagen, Schlafstörungen, Magenkrämpfen und Prüfungsängsten. Ein alarmierendes Ergebnis!
Mit der richtigen Stress-Balance wirst du stabiler und meisterst selbst höchste Anforderungen. Die eigene Belastbarkeit steigt. Du bleibst sogar bei länger andauernden Stress leistungsfähig und kannst dich danach auch wieder rasch erholen. Sei dir bewusst, dass dein späteres Job-Leben teilweise auch einer Achterbahnfahrt gleichen kann!
Burn-out! Bist du gefährdet?
Was ist Burn-out?
Burn-out hast du, wenn du drei Symptome zeigst: Du bist emotional und körperlich erschöpft, entfremdest dich immer mehr von deiner Arbeit. Du ziehst dich von deinen Freunden zurück, da du keine Kraft mehr für sie aufbringst und du hast das Vertrauen in deine Fähigkeiten verloren.
Wie kommt es dazu?
Gefährdet bist du, wenn du dauerhaft an deine Grenzen gehst, was Zeit und Energie betrifft. Dazu können Frustrationen kommen, wenn etwa ein Dozent oder ein Chef deine Arbeit nicht anerkennt, wenn du nicht die Noten oder die Bezahlung bekommst, die für dich angemessen wäre.
Bist du gefährdet?
Das kannst du mit diesem Test nachprüfen | Selbsttest: Burn-out-Syndrom
Auch wenn du noch nicht vor dem Zusammenbruch stehst, diese Zeilen dich aber zum
Nachdenken gebracht haben - dann solltest du etwas gegen deine Überlastung tun!
Was kannst du dagegen tun?
Eine Erholungsphase hilft nur kurzfristig. Du musst langfristig lernen, deinen Arbeits- und Lebensrhythmus zu ändern, sonst wirst du immer wieder rückfällig. Ein Gespräch mit einem Uni-Psychologen ist ein erster Schritt. Gemeinsam suchst du mit ihm nach den Ursachen und gemeinsam legt ihr einzelne Handlungsschritte fest, z.B. die Ziele für das nächste Semester. Solltest du doch zusammenbrechen, hilft er dir, einen Klinikplatz zu finden.
Wie kannst du vorbeugen?
Gesund und abwechslungsreich essen - ein warmes Essen pro Tag in der Mensa. Sport treiben – einmal die Woche. Uni-Sport plus zur Uni radeln bringen dir schon viel. Am besten arbeitest du in der Bibliothek, denn dein Zimmer bleibt deiner Freizeit vorbehalten. Mache Pausen, nicht nur zwischen den Lernkapiteln. Nimm dir auch das Wochenende(!) zum Entspannen. Vor allem: Lerne, deine eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und setze dir Ziele, die damit kompatibel sind.
Zielsetzungen beim Studium
- Ziele haben eine ungeheure Kraft, denn sie lenken deine Energie im Laufe des Tages, der Woche und des Jahres. Ziele müssen spezifisch und hinreichend konkret sein. Motivierend werden sie, wenn sie anspruchsvoll und gleichzeitig realistisch sind.
- Nur wer seine Ziele kennt, wird auch den Weg dorthin finden. Deine Ziele müssen in einen bestimmten Zeitrahmen zu verwirklichen sein und vor allem ein Ende haben. Ein Beispiel als konkret formuliertes Ziel: Ich will in drei Monaten (terminiert) drei kg abnehmen. Das ist messbar, anspruchsvoll und dennoch realistisch. Dafür gehe ich dreimal die Woche joggen und verzichte auf alle Süßigkeiten (spezifisch)).
- Durch diese konkrete Ausarbeitung kann dein Unterbewusstsein langfristige Ziele im Auge behalten und gleichzeitig die tägliche Umsetzung steuern. Denn das Ziel ist nur erreichbar, wenn du hier und jetzt etwas dafür tust und nicht irgendwann einmal!
Praktische Tipps zum Erreichen der Ziele
- Formuliere deine Ziele immer schriftlich! Das Notieren von Zielen stärkt dein Denken und lenkt die Richtung deiner Gedanken. Sie drehen sich nicht mehr im Kreis. Aufschreiben wirkt dem Vergessen vor und hat eine Erinnerungsfunktion. Du brauchst eine Art 'Zielscheibe' vor deinen Augen. Visualisiere! Schreibe deine Ziele groß mit Filzstift auf Zettel, die du in Sichtweise befestigst - z.B. am Bildschirm, am Fenster, über der Spüle, am Spiegel, im Kalender und natürlich überm Bett. Das ist sehr hilfreich, um deinen inneren Schweinehund zu überwinden.
- Ziele brauchen Konsequenzen! Da dir niemand auf die Finger klopft, wenn du deine Ziele nicht erreichst, musst du es selbst tun. Besonderen Nachdruck verleihst du deinen Plänen, indem du positive oder negative Sanktionen dir gegenüber verhängst. Sie sollten dir im negativen Fall richtig weh tun oder bei Erfolg Glückshormone in dir freisetzen. Ansonsten unterstützen sie nicht deine Zielstellung.
- Kontrolle! Ziele brauchen Etappen und Meilensteine. Diese ermöglichen dir eine Verschnaufpause und geben Gelegenheit zur Reflexion und zur Anpassung der Marschroute. Was hast du erreicht? Was hat funktioniert? Wo sind Gefahren? Was kannst bzw. musst du verbessern, um dein Ziel zu erreichen?
bildungsdoc-fazit. Je klarer deine Ziele sind, desto effektiver kannst du darauf hinarbeiten. Ziele haben einen Einfluss auf dein Denken. Glaubst du an dich und dass du es schaffen kannst, wirst du Wege finden, deine Ziele tatsächlich zu realisieren. Grund genug, dir immer wieder aufs Neue Ziele zu stellen – ein Leben lang!